Samstag, 21. Oktober 2017 | 2:59 Uhr
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Pressemitteilung

Bernhard Henter MdL: 

Klassischer Fehlstart bei der Realschule plus

Auch wenn die SPD-Alleinregierung in Mainz ihr Modell Realschule plus „über den Klee lobt“, kann das nicht darüber hinweg täuschen, dass dieses Modell als misslungen zu betrachten sei, so der Trier-Saarburger CDU-Landtagsabgeordnete Bernhard Henter (Konz).

Jetzt träten die vielfachen Probleme ans Licht, auf die die CDU-Fraktion im Vorfeld immer wieder aufmerksam gemacht habe, so Henter.

Die bisher sehr gut funktionierende Schulart der Realschule wird ohne Not abgeschafft, obwohl sie bei den letzten PISA-Ergebnissen bundesweit Spitzenplätze belegt habe. Die Lehrerinnen und Lehrer müssten in der Realschule plus mit einem großen Spektrum von Fähigkeiten, Leistungen und Sozialverhalten umgehen, ohne dass seitens der Landes-regierung die notwendigen Rahmenbedingungen zur Verfügung gestellt wurden. Das System der an die Realschule plus angebundenen Fachoberschule ist nicht in ein Gesamtkonzept eingebunden. So sei das Verhältnis von beruflichem Gymnasium und Fachoberschule als ergänzendes oder ausschließendes Angebot nicht geklärt, zudem sei die Kooperation zwischen berufsbildenden Schulen und Realschulen plus nicht sinnvoll definiert.

Mit der Umgestaltung der Schullandschaft gehe keine spürbare Qualitätsverbesserung einher, die eine wirkliche Antwort auf die Herausforderungen der Hauptschule gäben. Seitens der Lehrerverbände werden nun kleinere Klassen gefordert und der Verband der Realschullehrer wolle sogar während der Orientierungsstufe eine Doppelbesetzung in den Kernfächern. Sollte die Klassenmesszahl ab der Klasse 7 bei der Realschule plus die Regel sein und bei 30 Schülerinnen und Schülern liegen, dürfte dies zu großen Problemen führen.

Die CDU-Landtagsfraktion habe vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Probleme die Beibehaltung der Realschule neben der Realschule plus als eigenständige Schulart gefordert. Darüber hinaus sollte die Fachoberschule auch an einer berufsbildenden Schule angesiedelt werden können. Weitere Forderungen der CDU betrafen u. a. die zusätzliche Zuweisung von Unterrichtsstunden zur Förderung leistungsschwächerer bzw. leistungs-starker Schüler, die Absenkung der Klassenmesszahl auf 20 Schülerinnen und Schüler und eine zusätzliche Zuweisung von fünf Förderstunden pro Klasse im zur Berufsreife führenden Bildungsgang der kooperativen Realschule plus, um eine individuelle Förderung mit dem Ziel der Verbesserung der Grundkenntnisse vor allem in Deutsch und Mathematik.

Die Position bzw. die Forderungen der CDU-Landtagsfraktion wurde von der SPD-Mehrheit „abgeschmettert“, so der CDU-Landtagsabgeordnete Henter. Es gilt nun, mit einer breiten öffentlichen Diskussion zu erreichen, die Bedingungen für die Schülerinnen und Schüler auch im Hinblick auf eine individuelle Förderung sowie einer Verstärkung von Weiter-bildungsangeboten für Lehrerinnen und Lehrer deutlich zu verbessern.

Vor dem Hintergrund, dass Rheinland-Pfalz das einzige Land sei, in dem die Landes-regierung zentrale Abschlussprüfungen für die mittleren Abschlüsse verweigere, forderte die CDU-Fraktion für alle Bildungsgänge die Einführung landeseinheitlicher Abschlussprüfungen.

Wenn die Landesregierung weiterhin nicht bereit sei, alle Anstrengungen zu unternehmen, um die Qualität der Abschlüsse an der Realschule plus zu sichern, sei eine Entwicklung wie bei den Integrierten Gesamtschulen in Deutschland zu befürchten, die, wie aus den PISA-Studien hinlänglich bekannt, erhebliche Qualitätsprobleme hätten.

CDU-Gemeindeverband Hermeskeil  |  Vorsitzender: Michael Hülpes  |  email: info(@)cdu-hermeskeil.de